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galapagos-keitai_2011

Die Angst vor dem Kollaps ist groß: NTT DoCoMo befürchtet einen Crash der Handy-Hersteller oder zumindest ihren Abstieg.

Lange Zeit galt der japanische Handy-Markt als Galapagos der Mobile-Welt – abgeschottet vom Rest der Welt entsprangen Technik und Ideen für hoch subventionierte Endgeräte, Geschäftsmodelle rund um Content ließen sich umsetzen und Kunden sowie Anbieter schienen zufrieden. Doch die Mobile Welt Japan steht vor einem radikalen Umbruch, der nicht nur DoCoMo, KDDI und Softbank schon trifft, sondern auch Konsumenten und ausländischen Herstellern zugute kommen wird.

Auf dem Mobile Monday habe ich ja schon angekündigt, dass ausländische Hersteller in Japan auf dem Vormarsch sind. Inzwischen erschien im renomierten Wirtschaftsmagazin Nikkei ein Artikel von Saijo Kunio, der sich dem selben Thema widmet: Der Tag an dem die japanischen Handys verschwinden werden. Einige Zahlen dabei sind ziemlich interessant – der Marktanteil jap. Hersteller beträgt zwar immer noch ca. 85%, doch Kunden entscheiden sich immer mehr für ein Gerät von Apple, LG oder Sony Ericsson. Ein NTT DoCoMo Manager befürchtet sogar, dass die japanischen Hersteller die Android-Welle nicht überleben werden, so wie einst der amerikanische TV-Hersteller RCA.

Vor zwei Jahren, als der Handy-Absatz in Japan auf 30% dramatisch zusammenbrach, konnte man davon ausgehen, dass Toshiba, NEC oder Sharp versuchen werden, europäische Modelle zu entwickeln oder Smartphones anzubieten. Toshiba hat den ersten Schritt dahin gemacht, doch viel mehr folgte leider noch nicht, obwohl Toshiba und Sony international erfolgreich Personalcomputer verkaufen. Internationalisierte Handys hingegen gehören noch nicht zu ihren Stärken.

Interessant ist dennoch, wie Content-Angebote und Marketing Mechanismen mit ausländischen Geräten wie Apple, Samsung oder LG funktionieren werden. Ein erster Schritt ist Viewn, der Cross-Content-Service von Softbank. Als weiterer Schritt werden Operator-customized Android-Versionen erscheinen, die auf einen gemeinsamen Android-Market zugreifen werden. Am Ende könnten alle Android-Geräte eines Operators wieder mit der gleichen Basis-Ausstattung daherkommen wie QR Code Reader, Payment System oder gleiche Browser.

Quelle: Nikkei

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