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Wer Burger bruzzelt, muss werben. Das weiß auch MOS Burger – der größte Konkurrent von McDonalds in Japan. Deshalb heute ein kleiner, analytischer Blick auf die mobile Webseite und das mobile Marketing von MOS.

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Die japanische Fast Food Kette macht zwar nicht alles anders als McDonalds oder Burger King, doch ein paar Unterschiede gibt es schon. Denn MOS Burger wirbt mit seinem einzigartigen Geschmack, der u.a. auf die frische Zubereitung zurückgeführt wird. Burger werden nicht warm gehalten, sondern erst bei Bestellung gebraten und belegt. Die Japaner nehmen das gerne in Kauf. Auch dass MOS keine Rabatt-Aktionen startet. Und anscheinend ist MOS damit relativ erfolgreich, denn inzwischen gibt es 200 Filialen der 1972 gegründeten Kette – in Taiwan (154), Hongkong (11), Singapur (24), Indonesien (3) und Thailand (7).

Stattdessen gibt es zeitlich und regional begrenzte Aktionen – also Burger nur für kurze Zeit und nur in bestimmten Regionen. Derzeit läuft eine Kampagne rund um den einheimischen Hühnchen-Geschmack, die Bezug nimmt auf den ersten Kontakt der Japaner mit Europäern im 16. Jh. Deshalb gibt es den Süd-Chicken-Burger, den Süd-Barbaren-Burger und eine Aktion Reis-Burger vs. Süd-Barbaren-Burger. In Tokyo wird die Aktion von Gouverneur der Provinz Miyazaki unterstützt, der bekanntermaßen Auftritten in Werbung nicht ganz abgeneigt ist: Hideo Higashikokubaru – besser bekannt als “Sonomanma Higashi” – macht Werbung u.a. für Kartoffel-Snacks.

Zur Kampagne gehört eine Flash Microsite mit einer Karte von Japan grob unterteilt in vier Regionen. Hier verschafft sich der Kunde einen Überblick, wo es welchen Burger derzeit gibt. Ein Klick auf die Region zeigt den schmackhaften Burger und verlinkt via QR Code auf die mobile Webseite von MOS Burger. Die QR Codes mit dem integrierten Maskotchen werden übrigens von AT Communications erstellt, die auch animierte QR Codes massenhaft produzieren. (hier der Artikel dazu auf maniac lizard)

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Auf der verlinkten mobilen Webseite (siehe unten) kann sich der MOS Burger Kunde registrieren und nicht nur Bildchen des süßen Burger-Maskotchen herunterladen, sondern auch Filialen finden, sich über Burger informieren oder Aktionsregionen prüfen. Auf dem Screenshot – mit Übersetzungen aller Links – sieht man, dass fast die gesamte obere Hälfte der Seite nur der Burger-Aktion gewidmet ist. Ob Teaser, Burger-Aktion, Aktionskalender oder die Fun Umfrage Brot vs. Reis – so ziemlich alle Links nehmen Bezug auf die „Einheimische Hühnchen“-Kampagne.

Über das Menü iConcier auf DoCoMo Geräten lässt sich der aktuelle Aktionskalender auch als CVS herunterladen und in den lokalen Kalender des Handys einbinden. Hinter iConcierge steckt jedoch mehr als nur eine Download-Kategorie. DoCoMo bietet mit diesem Location Based Service Informationen, die sich sehr stark personalisieren lassen. Dabei wird ein Avatar im idle-Screen angezeigt, der je nach Situation sein Outfit ändert und Informationen in Sprechblasen präsentiert – also ein der Avatar als Bahnhofsbeamter, wenn der Zug Verspätung hat. Anfang 2009 haben sich schon 1 Million User diesen Service abonniert, der pro Monat ca. 1,50 Euro kostet.

Und natürlich lassen sich darüber abonnierte Nachrichten einzelner Geschäfte anzeigen. D.h. Coupons werden direkt auf dem idle-Screen angezeigt, sobald man sich in der Nähe des Geschäfts befindet oder man generell die Informationen abonniert hat. Eben diesen Service hat MOS Burger auch in seine Seite für iMode Handys eingebunden, so dass auch lokal begrenzte Kampagnen geringe Streuverluste haben.

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Unabhängig von iConcier lassen sich auch Coupons direkt anzeigen. Der Rabatt liegt dabei um ca. 10%, der durch ein paar Infos des Nutzers sicher seinen Wert hat, denn per Java Script wird bei der Erstellung des Coupon auf die Nummer der SIM-Karte zugegriffen. Sprich, MOS Burger weiß, wer welchen Coupon bestellt und eingelöst hat. Wer den Zugriff nicht gestattet, bekommt auch keine Coupons.

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Quellen: Mosburger, Mosburger Mobile, DoCoMo, Mainichi Shinbun

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