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Der zweitgrößte japanische Mobilfunkprovider KDDI mit seiner Marke “au” entwickelt scheinbar ein eigenes Smartphone mit Android als Betriebssystem.

In einer Stellenanzeige von gestern in Rikunabi Next, das von Recruit – der bekannsten Job-Agentur Japans – betrieben wird, heißt es, dass Ende 2008 ein Projekt aus der Taufe gehoben wurde, dessen Mission es ist, Endgeräte, Services und Businessmodelle für au auf Android-Basis zu entwickeln.

au kann die weltweiten Entwicklungen hin zu offenen Plattformen nicht weiter ignorieren, wozu auch das Anbieten von Applikationen gehört und sieht es für absolut notwendig an, den Trend positiv für sich zu nutzen und neue Businessmodelle zu entwickeln. Es soll dabei nicht nur bei einem ersten Smartphone für Business-Anwendungen bleiben, sondern es soll in Zukunft auch Endgeräte angepasst an die speziellen Bedürfnisse der Japaner geben.

Was aber bedeutet dieser Schritt von KDDI für die mobile Welt in Europa? Hier wird der Weg für den weltweiten Vertrieb von mobilen Applikationen geschaffen. Zum einen können ausländische Softwareunternehmen ihre Applikationen auch für japanische Endgeräte anbieten, da der Portierungsaufwand wesentlich verringert wird und vor allem auch Erfahrungen mit gängigen OS in Japan gesammelt werden können, was derzeit nur den wenigsten Entwicklern hierzulande möglich ist. Es wird also einfacher, in den japanischen Software-Markt für mobile Endgeräte einzutreten.

Zum anderen aber können viele Spiele-Hersteller aus Japan ihre Games auch auf dem europäischen Markt anbieten, wenn es mehr Android-Handy hier geben wird. Dass dies nicht ganz unwahrscheinlich ist, deutet der Android-Port von Pac-Man an, der vom japanischen Spieleentwickler Namco stammt und auf dem Android Market von Google das beliebteste Game überhaupt ist. KDDIs Marke au ist zudem bei jüngeren Nutzern sehr beliebt – was die Hauptzielgruppe von Publishern sein dürfte. Und ganz nebenbei ist Japan der größte Spiele-Exporteur der Welt.

Sicher werden wir jetzt nicht japanisiert durch die neuesten manga-esken Game-Hits. Doch Portierungen japanischer Game-Klassiker könnten hier einen Markt bilden. Fehlen uns nur noch ein paar mehr androide Handys.

Via: Rikunabi-Next

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